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| Erarbeitet von Simone Hain (Redaktion) und Marc Johne / edition bodoni (Gestaltung) Gefördert von IntKom e.V. und Gundermanns Seilschaft e.V. Die edition bodoni hat zusammen mit Simone Hain eine Ausstellung zur Brigade Feuerstein aus Hoyerswerda konzipiert. Auf acht Plakaten im Format A1 wird mit Fotos und Textsequenzen über die künstlerische Tätigkeit der Feuersteine als Ausnahmeerscheinung im Bereich des politischen Liedtheaters berichtet. Bei Interesse an einer Ausstellungspräsentation wenden Sie sich bitte an das Bodoni-Museum zu Berlin, Linienstrasse 71; Telefon: 030 - 2 82 51 37, Telefax: 030 - 28 38 75 68; hier per E-Mail. |
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| Ausstellungspräsentationen: Kongress "out of thisworld IV. Science Fiction, Politik, Utopie" (01.-03.10.2004, Helle Panke Berlin) Kolloquium "Härter als der Rest. Gerhard Gundermann zum 50. Geburtstag" (19.02.2005, RLS Berlin) KulturFabrik Hoyerswerda (Februar 2005) Konzert "Sag wolltest du nicht noch ..." (27.02.2005, Wabe Berlin) |
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| Die Brigade Feuerstein steht für DDR-Utopien im Schnittpunkt von Arbeit, Stadtentwicklung und Singebewegung. Hoyerswerda entwickelte sich in den fünfziger und sechziger Jahren zum Zentrum der Braunkohleförderung und zur modernen Industriestadt. Hervorgegangen aus dem Singeklub Hoyerswerda war die Brigade Feuerstein eine Ausnahmeerscheinung im Bereich des politischen Liedtheaters. Dank ihrer bewußt gewählten Doppelexistens als Bergarbeiter, Lehrer, Angestellte einerseits und Künstler andererseits fanden sie eine ebenso poetische wie kommunikative Form unmittelbarer Alltagsbefragung. In Szene gesetzt wurden unterhaltsame Gesellschafts- und Demokratiespiele. Wie entstand denn überhaupt der Name „Brigade Feuerstein“? Brigade stand für den Übergang von Freizeitbeschäftigung zum zweiten Beruf, und Feuerstein war einfach ein Pseudonym für Kohle. Hoyerswerda war sowas wie eine kulturelle Provinz. Na, ein Glück auch. Denn der kulturelle Hohlraum erzeugte einen starken Sog. Da, wo nichts passiert, haben jene eine gute Chance, die was auf die Beine stellen wollen. Und wir hatten die Möglichkeit, ungestört von Überangebot und Perfektionismus ein eigenes Profil zu entwickeln. Das war ja das Schöne an der Mangelgesellschaft DDR, daß produktive Energien erzeugt wurden. Die Überflußgesellschaft erzeugt logischerweise zerstörerische Energie. Damals mußten wir alles, was wir haben wollten, selber machen. Ein Dach für´n Probenraum, Märchenspiele, Schülerkonzerte, Zirkusvorstellungen. „Power-Fabrik“ hieß das Konzept, es hatte verschiedene Bausteine Rock-Theater, Lieder, Pantomime, Tanzmusik, Jazzdance. Auf dem Pressefest der Westberliner „Wahrheit“ 1977 sah ich, daß man an einem Stand gleichzeitig Bier, Bockwurst und das Kommunistische Manifest verkaufen kann. In den zwanziger Jahren entwickelten proletarische Kulturgruppen dieses Prinzip, die Aufhebung der Trennung von Belehrung und Genuß. Sie nannten das damals „Roter Rummel“. Wir verstanden uns dabei nicht als mit Pappnasen verkleidete Lehrer, sondern als Aktivisten, als Anschieber in diesem Spiel, bei dem wir genauso lernen und genießen wollten. Am Ende waren wir in der Lage, an einem Abend mit den Leuten zusamen so ein Ding zwischen Neuererkonferenz und Tanzabend abzuziehen. Gerhard Gundermann: Rockpoet und Baggerfahrer. Gespräche mit Hans-Dieter Schütt, Berlin 1999, S. 66-67 |
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